Interview mit Natalia: QUEEN RHAPSODY SYMPHONIC ERFURT

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Interview mit Natalia: QUEEN RHAPSODY SYMPHONIC ERFURT

Theater Erfurt, 18.Mai 2026 – Interview mit Natalia, die als Arrangeurin und außergewöhnliche Pianistin das Konzert auf die Beine gestellt hat und damit seit sechs Jahren national und auch international sehr erfolgreich unterwegs ist.

Was macht die Kombination von Klassik und Pop so besonders?

Für mich entsteht der echte Zauber genau am Schnittpunkt der Genres. Wenn Klassik und Pop aufeinandertreffen, öffnet sich ein Raum, in dem man „outside of the box“ denken und hören kann. Mit meinen Arrangements verbinde ich die stärksten Momente von Queen mit der Tiefe und Ausdruckskraft der klassischen Musik – und lasse daraus etwas völlig Neues entstehen. Wie ein Designer, der bekannte Formen in neue, überraschende Gewänder kleidet, gebe ich diesen Songs eine andere, oft unerwartete Klangwelt.

Warum hast du dich für die Songs von Queen entschieden? Bist du schon immer Fan gewesen oder gab es einen besonderen Moment in deinem Leben, den die Band geprägt hat?

Für mich ist die Musik von Queen eine außergewöhnlich geschmackvolle, fast elitäre Form von Rockmusik – mit einer starken, beinahe opernhaften Dramaturgie. Genau das fasziniert mich besonders: Diese Musik trägt bereits eine enorme Tiefe und Vielfalt in sich. Als Arrangeurin eröffnet sie mir dadurch unendlich viele schöpferische Möglichkeiten, aus denen ich etwas Eigenes und zugleich Zeitloses gestalten kann. Ich hatte schon immer eine besondere Verbindung zu dieser Musik – aber ein echter Fan bin ich erst geworden, als ich begann, mit ihr zu arbeiten. Ich erinnere mich an einen winterlichen Nachmittag in Dresden: Ich saß zuhause, schaute aus dem Fenster, war unglücklich verliebt und innerlich unruhig. Die Schneeflocken tanzten draußen wie ein Walzer – und plötzlich kam mir A Winter’s Tale in den Sinn, ein Song, den ich schon als Kind kannte. Ich suchte das Video, begann zu hören – und je länger ich Freddie Mercury zusah, desto mehr zog mich diese Welt in ihren Bann. In diesem Moment habe ich die besondere Magie von Queen wirklich verstanden – diese Mischung aus Kraft, Poesie und harmonischer Tiefe. Und ich wusste plötzlich ganz klar: Ich möchte diese Musik weiterführen, sie in meine eigene Sprache übersetzen – in virtuose Klavierwerke, irgendwo zwischen Chopin, Rachmaninow und meiner eigenen künstlerischen Stimme.

Was war zuerst da: Die Leidenschaft für klassische Musik oder für Popmusik?

Eigentlich kamen beide Welten gleichzeitig zu mir. Die klassische Musik wurde durch Unterricht, Disziplin und tägliches Üben früh zu meinem Fundament. Parallel dazu habe ich aber nach Gehör die Musik gespielt, die bei uns zu Hause lief: Queen, Beatles, ABBA. Der entscheidende Moment war, als ich spürte, wie Menschen darauf reagieren, wie aus einem einfachen Nachspielen plötzlich ein gemeinsamer emotionaler Raum entsteht. Da wurde mir klar: Meine Leidenschaft gehört nicht nur der Klassik oder dem Pop allein, sondern genau dieser Verbindung zwischen beiden Welten.